Ismail Mohammed Bakr, 9 Jahre alt.
Zakaria Ahed Bakr, 10 Jahre alt.
Ahed Atef Bakr, 10 Jahre alt.
Mohamed Ramez Bakr, 11 Jahre alt.
- Juli 2014, während der militärischen Offensive im Gazastreifen die sogenannte „Protective Edge Offensive“, spielten einige Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren – Brüder und Cousins aus der Familie Bakr – am Fischerstrand westlich von Gaza-Stadt. In der Nähe befanden sich Wohngebäude und Hotels, in denen sich zahlreiche ausländische Journalist:innen aufhielten.
Gegen 15:30 feuerten israelische Seestreitkräfte Raketen von einer Drohne ab, die vier Kinder der Familie Bakr tötete n: Ahed (9 Jahre), Zakaria (10 Jahre), Mohammed (11 Jahre) und Ismail (9 Jahre).
Bei dem Raketenangriff wurden außerdem sechs weitere Zivilist:innen verletzt, darunter vier Kinder aus derselben erweiterten Familie Bakr.
Der Anschlag wird von einem französischen TV-Team gefilmt und geht viral auf Social Media.
28.07.2024 – 10 Tage nach der Ermordung der 4 Kinder — forderten einige NGOs – darunter auch Adalah – den militärischen Generalstaatsanwalt auf, eine unabhängige Untersuchung einzuleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
- September 2014 der Militärische Generalstaatsanwalt gibt bekannt, militärische Ermittlungen zum Tod der vier Kinder am Strand am 18. Juli 2014 einzuleiten.
12.6.2015 – fast ein Jahr nach der Ermordung der vier Kinder beschließt der MAG die Untersuchungen einzustellen. Die Begründung: der Angriff – trotz der tödlichen Folgen – sei nicht von strafrechtlicher Relevanz, weil angenommen wurde, die Strecke oder das Gebiet könne militärisch relevant gewesen sein und die Angriffe seien im Rahmen militärischer Entscheidungen getroffen worden
Aufgrund von Recherchen konnte in der Zwischenzeit bewiesen werden, dass das israelische Militär die Raketen abfeuerte, ohne zuvor zu überprüfen, ob die Ziele tatsächlich Kombattanten waren.
Nach der Einstellung der Ermittlungen durch den Militärischen Staatsanwalt war der Fall formal nicht endgültig abgeschlossen, sondern musste dem Zivilen Generalstaatsanwalt zur Überprüfung vorgelegt werden.
2.9.2019 (mehr als 4 Jahre später!)- übernimmt der zivile Generalstaatsanwalt (AG) die Entscheidung des militärischen Generalstaatsanwalts, die Untersuchung einzustellen.
2020 reichten NGOs im Namen der Eltern eine Petition beim israelischen Obersten Gerichtshof ein. Darin forderten sie, diese Entscheidung – nämlich die Einstellung der Untersuchung – aufzuheben und die Eröffnung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens anzuordnen, das zur Anklage der für die Tötung Verantwortlichen führen soll.
April 2022 – der Oberste Gerichtshof wies die Petition ab, nachdem ein Senat des Gerichts geprüft hatte, ob das Verfahren der Staatsanwaltschaft rechtsstaatlich korrekt war. Da er dies bejahte, wies er die Petition ab.
Die Drohne, von der die Raketen abgefeuert wurden die
Ahed (der heute 20 Jahre alt wäre),
Zakaria (der heute 21 Jahre alt wäre),
Mohammed (der heute 22 Jahre alt wäre) und
Ismail (der heute 20 Jahre wäre)
töteten, wurde von einem Rotax-Motor angetrieben.
In den vergangenen 2 Jahren sind über 20.000 Kinder in Gaza von der IOF ermordet worden. Sofern deren Eltern noch am Leben sind, trauern sie täglich um ihre Kinder. Und wenn die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden, bleiben neben der Trauer oft Bitterkeit und Erschöpfung.
Wir konnten diese Kinder nicht retten, aber wir können alles tun, damit keine weiteren Motoren der Firma Rotax in todbringende Drohnen die Menschen in Gaza oder irgendwo anders auf der Welt – ermorden – eingebaut werden.
Wir können die Mitarbeiterinnen von Rotax auffordern, Fragen zu stellen und die Beteiligung an der Fertigung von Motoren für militärische Zwecke zu verweigern.
Und wir können alles tun damit diejenigen die den Export dieser Motoren zugelassen haben, zur Rechenschaft gezogen werden, denn der Export von Kriegsmaterial in Länder die Menschenrechte verletzen, ist in Österreich verboten!
Und das tun wir für Ahed, Zakaria, Mohammed und Ismail stellvertretend für alle Kinder die in Gaza ermordet wurden.
Allah yerhamhum! Mögen Sie in Frieden ruhen!
