Kommentar an den ORF-Kundendienst von F. Sölkner
Karim El-Gawhary verliert seine ORF-Korrespondentenstelle. David Kriegleder, der seine prozionistische haltung nicht in den Griff kriegt, darf bleiben?
Heute sagte David Kriegleder in der ZIB zur Frage, warum Israel den Rafah-Grenzübergang nur so zögerlich öffne, er „denke“, dass Israel echte Sicherheitsbedenken habe und nicht etwa die Verzögerung „als Druckmittel einsetze“, weil Israel ja die letzte tote Geisel zurückbekommen habe und es keinen Grund für ein solches Verhalten mehr gäbe. Als ob die zionistische Staatsführung so einen Grund brauchen würde, um nicht weiter eine schikanöse Politik gegen die Bevölkerung des Gaza zu zelebrieren. Hat Herr Kriegleder Netanjahus Amalekiter-Vergleich und die Auslöschungsphantasien seiner Minister und Knesset-Abgeordneten vergessen? Weiß er nichts davon, dass Israel laut Haaretz von heute (1. Feb. 2026) 766 palästinensische Leichen zurückhält:

Israel is in possession of 776 bodies of identified Palestinians, other nationals
Holding on to Bodies of Palestinians Was Initially Used by Israel as a Tool in Negotiations for the Return of Fallen Israeli Soldiers. Now It Has Become a Method of Revenge and Inflicting Further Suffering on Their Families, Says the Palestinian Organization Working for Their Release
Ist das kein Druckmittel?
Und natürlich musste Kriegleder wiederholt das Wort von der „Terrororganisation Hamas“ strapazieren, vom permanenten israelischen Staatsterror kam ihm natürlich nichts über die Lippen.
Ob der ORF jemals begreifen wird, dass das Grundproblem nicht im palästinensischen Terror liegt, sondern vorgelagert in der andauernden brutalen Unterdrückung des Palästinensischen Freiheitsstrebens durch Israel. Hellsichtige Israeli wie etwa Uri Avnery hatten dass schon vor vielen Jahren erkannt. Und selbst zionistische Hardliner wie Moshe Dyan hatten das verstanden. Der jeder Sentimentalität unverdächtigte Ex-Ministerpräsident Ehud Barak, hat nicht ausgeschlossen, dass er, wäre er Palästinenser, Mitglied einer palästinensischen Widerstandsorganisation wäre. Leider fehlt Kriegleder und dem ORF dieser analytische Tiefgang. Lieber betreibten sie subtile Israel-Apologie.
Er sollte Kriegleder entweder nachschulen, damit er zu einer wirklichen unvoreingenommenen Berichterstattung fähig ist oder, wenn das nichts fruchtet, El-Gawhary wieder einstellen und Kriegleders Vertrag kündigen!
Der ORF soll die Mehrheit seiner Hörer- und SeherInnen nicht für dumm halten, das wird auf Dauer nicht gut gehen.
Leider wurde den Österreicher*innen durch die ORF-Zwangsbeitragsleistung die Möglichkeit genommen, über die Gebühren auf diese und andere einseitigen Berichterstattungen Einfluß zu nehmen. Ich hab mit der FPÖ absolut nichts am Hut, hoffe aber sehr, dass deren Verfassungsklage Erfolg hat.
Franz Sölkner
