Freitag, 27. März 2026
Von Dalia Sarig (Jüdische Antizionistische Initiative) und Ernst Wolrab (Antifaschist und Kommunist)
Anmeldung und Informationen zu Uhrzeit und Ort bitte an: info@palaestinasolidaritaet.at
Programmübersicht
Diese Tour führt uns zu wichtigen Orten in Wien, die mit der jüdischen Geschichte, der NS-Verfolgung, dem Widerstand und der Erinnerung verbunden sind. Ziel ist es, sich kritisch mit Österreichs historischer Verantwortung auseinanderzusetzen und zu reflektieren, wie das öffentliche Gedenken heute geformt und mobilisiert wird – insbesondere in Bezug darauf, wie die Holocaust-Erinnerung im aktuellen politischen Diskurs instrumentalisiert wird, um Rassismus gegen Muslime und Araber zu rechtfertigen und die bedingungslose Unterstützung der israelischen Staatspolitik zu legitimieren.
Morzinplatz – Gedenkstätte am ehemaligen Hotel Metropol
Wir beginnen am Morzinplatz, dem Standort des ehemaligen Hotels Metropol, das nach dem Anschluss als Gestapo-Hauptquartier in Wien diente. Von hier aus wurden Tausende Menschen verhört, gefoltert und deportiert. Die Gedenkstätte markiert einen der zentralen Orte des NS-Terrors in der Stadt. (Die Öffnungszeiten für den Zugang zum Ausstellungsbereich am Nachmittag werden derzeit noch geklärt.)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) dokumentiert die Verbrechen des Nationalsozialismus, den Holocaust und die Geschichte des Widerstands in Österreich. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Aufarbeitung der Verantwortung der kapitalistischen Elite während der NS-Zeit und bei der Gestaltung der Nachkriegsnarrative von Erinnerung und Verantwortlichkeit.
Gleichzeitig hat sich das DÖW politisch so positioniert, dass es dazu beiträgt, Österreichs bedingungslose Unterstützung für Israel zu legitimieren. Indem die Institution das jüdische Leid isoliert von den umfassenderen antirassistischen und antikolonialen Kämpfen betrachtet, verengt sie die Bedeutung von „Nie wieder“ zu einer selektiven Erinnerungspolitik, anstatt sie universell auf alle unterdrückten Völker anzuwenden.
Seitenstettengasse – Stadttempel
Der Stadttempel ist Wiens Hauptsynagoge und die einzige Synagoge, die das Novemberpogrom von 1938 unversehrt überstand. Sie ist bis heute ein zentraler Ort jüdischen religiösen Lebens in Wien.
Die Jüdische Gemeinde Österreichs (IKG) versteht sich als zionistisch. Wenn wir an der Synagoge vorbeigehen, seht ihr die israelische Flagge über dem Eingang – ein sichtbarer Ausdruck der engen Verbundenheit zwischen der Gemeindeleitung und ihren Mitgliedern mit dem Staat Israel.
Das Erste Jüdische Ghetto – 2. Bezirk (Leopoldstadt)
Wir besuchen das Gebiet des historischen jüdischen Ghettos in der Leopoldstadt, einst das pulsierende Zentrum jüdischen Lebens in Wien vor dem Holocaust.
Tempelgasse – nahe Nestroyplatz
In der Tempelgasse befand sich eine der größten Synagogen Wiens, bevor sie im Novemberpogrom 1938 zerstört wurde.
Landesgericht Wien – Hinrichtungsstätte
Am Landesgericht besuchen wir die ehemalige Hinrichtungsstätte, an der zahlreiche Widerstandskämpfer und Opfer der NS-Justiz hingerichtet wurden.
Samstag (optional, für Interessierte)
Zentralfriedhof – Gedenkstätte Gruppe 40
Wir beschließen unser Programm auf dem Wiener Zentralfriedhof, bei der Gräbergruppe 40, einer Gedenkstätte für die Opfer der NS-Verfolgung und die Mitglieder des Widerstands. Dieser Ort des gemeinsamen Gedenkens, der Trauer und der Besinnung lädt uns ein, über das Erbe von Gewalt, Widerstand und historischer Verantwortung nachzudenken.
