Hans Winklers Artikel (Die Presse, 7. April 2026) ist eine einseitige Befürwortung der zionistischen Politik.  Er nimmt nicht zur Kenntnis, dass schon Herzl den „armen“ Teil, also  ca. 90%  der einheimisch-arabischen Bevölkerung“ „unbemerkt“ (was für eine grenzenlose Naivität!) über die Grenzen des zukünftigen jüdischen Nationalstaates verbringen wollte.  Und Winkler verschweigt, dass die Palästinenser 1947 gegen die Teilung des Landes durch die UNO waren, weil sie aus ihrer langen Erfahrung mit der Realpolitk der Zionisten leicht absehen konnten, wo das enden würde. Intern sprachen die Zionisten schon lange und zahlreich unverhohlen davon, dass es zur Schaffung eines jüdischen Nationalstaates notwendig sei, eine Vertreibung der indigenen Bevölkerung  durchzuführen. Nur zwei von vielen möglichen Zitaten von Führer des Jischuw dazu: Ben Gurion schrieb 1937 in einem Brief an seinen Sohn : „Wir müssen die Araber vertreiben und ihren Platz einnehmen.“ Und Yosef Weitz, ein hochrangiger Beamter des Jüdischen Nationalfonds, der als Architekt des Transfers bekannt wurde, schrieb 1940 in sein Tagebuch: „Die einzige Lösung ist ein Land Israel ohne Araber. Hier gibt es keinen Raum für Kompromisse. Sie müssen alle bewegt werden. Kein Dorf, kein Stamm kann übrig bleiben. Nur durch diese Überführung der Araber, die im Land Israel leben, wird die Erlösung kommen.“

Warum also hätten die Palästinenser ihrer so deutlich geplanten Vertreibung zustimmen sollen? Hält Winkler das palästinensische Volk  für dumm?

Franz Sölkner, Thal