Breite Mobilisierung gegen Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest in Wien

Unter dem Motto „No Stage for Genocide“ finden in Wien zahlreiche internationale Mobilisierungen gegen die Teilnahme Israels am Songcontest statt. Mit diesem wird der anhaltende Völkermord und Vertreibungen normalisiert. Es ist Zeichen der Komplizenschaft der EU und Österreichs mit den Kriegsverbrechen.

Am 15. Mai wird mit dem „Song Protestein künstlerisches Gegenevent am Maria-Theresien-Platz organisiert. An diesem nehmen über 50 Künstler:innen und internationale Redner:innen teil. Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem von Roger Waters und Michael Barenboim. Am 16. Mai ist um 14:00 schließlich eine Großdemonstration am Christian-Broda-Platz geplant. Die Demo zieht in Richtung Stadthalle, wo der Eurovision Song Contest stattfindet. Ziel ist es, mit dem Ruf „No Stage for Genocide!“ das Event zu übertönen. Die Online-Petition, in der der Ausschluss Israels gefordert wird, unterzeichneten bisher rund 2.500 Menschen. Initiator Rafael Eisler betont: „Mit der Teilnahme Israels läuft der Song Contest Gefahr, Artwashing zu betreiben. Wir fordern daher den Ausschluss Israels.“

Auch die spanische Jugendministerin Sira Rego schickt ein Unterstützungsstatement: „Die Teilnahme Israels verharmlost den Völkermord. Spanien habe sich daher vom Wettbewerb zurückgezogen. Viele Menschen in Europa wollten die Komplizenschaft der EU nicht mittragen und sagen klar: „No Stage for Genocide!“ Eine Solidaritätsbotschaft kommt auch von der französischen Europaabgeordneten Rima Hassan. Topoke, Moderator des Song Protests und kongolesisch-österreichischer Künstler, betont: „Die internationale Solidarität, besonders des Globalen Südens, zeigt die Stärke des Widerstands gegen Unterdrückung und Apartheid.“

Der Song-Protest will am Nakba-Tag auch palästinensische Kultur sichtbar machen, die  durch den Völkermord systematisch ausgelöscht wird. Noura Hashem wird mit „BISAN Dabke“ ein Element dieser Kultur beim Song Protest repräsentieren. Der jüdisch-antizionistische Aktivist, Filmemacher und Professor Haim Bresheeth, der anlässlich des Mauthausen-Gedenkens in Österreich ist. Mit Bezug zum Nakba-Tag betont er: „Es gibt eine direkte Verbindung zwischen 1948 und heute. Israel ist ein Siedlerkolonialstaat. Es wendet Gewalt an, um immer mehr Land zu erobern, um alle Rechte der Palästinenser:innen einzuschränken. Als einst Vertriebener, treten wir als anti-zionistische Jüd:innen gegen die anhaltende Vertreibung und Vernichtung auf.“

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