Nach dem Song Protest reisten wir nach Kairo, um Anan und Mu’in kennenzulernen und die Anpassung ihrer neuen Prothesen zu begleiten.

Nach der Deckung der Veranstaltungskosten wurden die gesamten verbleibenden Einnahmen des Song Protests für die Finanzierung von Prothesen für zwei Kinder aus Gaza gespendet: Anan und Mu’in.

In den vergangenen Wochen sind wir nach Kairo gereist, um die beiden und ihre Familien kennenzulernen, die Anpassung der Prothesen aus nächster Nähe mitzuerleben und sie auf diesem wichtigen Abschnitt ihres Weges zu begleiten.

Anan (13) wurde mit einer schweren körperlichen Behinderung geboren. Seine Mutter führt diese auf den umfangreichen Einsatz von Weißem Phosphor durch die israelische Armee während des Angriffs auf Gaza 2008/09 zurück. Seit seiner Geburt ist Anan auf Prothesen angewiesen.

Fußball ist seine große Leidenschaft. Seine Mutter zeigte uns stolz Fotos von ihm beim Training vor dem Genozid sowie die vielen Prothesen, aus denen er im Laufe der Jahre herausgewachsen ist.

Seine neue Prothese wird es ihm ermöglichen, bis ins Erwachsenenalter zu laufen und Fußball zu spielen. Zusätzlich erhält er eine spezielle Orthese, die seine Wirbelsäule stabilisiert und eine weitere Verschiebung verhindern soll.

Mu’in (16) verlor sein Bein bei einem Panzerangriff der israelischen Armee auf Gaza im Mai 2025. Vor seiner Verletzung spielte er leidenschaftlich gern Fußball und träumt davon, eines Tages wieder auf dem Platz zu stehen.

Doch Fußball ist nicht seine einzige Leidenschaft. Als wir ihn fragten, wie er die Zeit seiner Genesung verbracht hat, begann sein Gesicht zu strahlen. Begeistert erzählte er uns vom Schachspielen und den strategischen Überlegungen, die das Spiel erfordert. Er hofft, all das, was er beim Schach gelernt hat, eines Tages auch auf dem Fußballplatz anwenden zu können.

Später möchte Mu’in Informatiker werden.

Die beiden kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören, werden wir nie vergessen. Es bestärkt uns darin, auch weiterhin unermüdlich an der Seite Palästinas zu stehen und für Gerechtigkeit einzutreten.

Möglich wurde all das durch jede Person, die den Song Protest besucht hat, jede freiwillige Helferin und jeden freiwilligen Helfer, jede auftretende Künstlerin und jeden auftretenden Künstler, jede unterstützende Organisation und jede einzelne Person, die gespendet hat.

Was als Abend voller Musik, Protest und Solidarität in Wien begann, hat einen ganz konkreten Unterschied im Leben von zwei jungen Menschen und ihren Familien gemacht.

Danke, dass ihr das möglich gemacht habt.

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