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Schluss mit den “gezielten Tötungen” (Staatsterror)


16. November 2019

Brief des Ordensmanns Karl Helmreich an den neuen israelischen Botschafter in Österreich

Sehr geehrter Herr Botschafter Mordechai Rodgold!

Ich protestiere gegen die gezielte Tötung von Baha Abu al-Ata und den Angriff in Damaskus. Jede gezielte Tötung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung – sie wird immer neu angewandt von den USA und Israel, die sich beide offensichtlich über internationalem Recht stehend wähnen. Nicht nur, dass solchen Personen ein ordentliches Verfahren verweigert wird, werden bedenkenlos oft noch andere – zum Teil oft völlig unbeteiligte Personen mit getötet. In diesem Fall die Ehefrau. Über einen Toten kann man leicht sagen „er war dabei weitere Anschläge zu planen, er sei eine tickende Zeitbombe“ (so Netanjahu) Auch manche Politiker sind tickende Zeitbomben.

Gerade in letzter Zeit hat es wieder viele Übergriffe illegaler jüdischer Siedler auf Palästinenser bei der Olivenernte gegeben, eine große Zahl von Olivenbäumen wurde mutwillig zerstört; fortgesetzt gab es vermehrt Häuserabrisse – was heißt ganze Familien mit Kindern und alten Leuten werden bedenkenlos obdachlos gemacht. All dies bleibt folgenlos für fanatische Siedler. Dazu kommen die Tötungen in Gaza, von denen eine größere Zahl Kinder betroffen ist und andere zu Krüppeln gemacht wurden.

Netanjahu: „Wer denkt, dass es möglich ist, unseren Bürgern zu schaden und damit davon zu kommen, irrt sich!“

Gelten Menschenrechte nur für jüdische Bürger Israels? Einfache Bauern, die auf ihre kargen Einkünfte aus der Olivenernte angewiesen sind, sind eine Bedrohung des Staates Israel? Vandalismus gegen ihren Besitz, bleibt folgenlos?

Unterdrückung und Unrecht schaffen ein explosives Klima!

Ich denke, die Verantwortungsträger des Staates Israel bedenken nicht, dass sich in unserer Zeit Nachrichten nicht erfolgreich unterdrücken lassen. Und kritische Menschen wissen zu unterscheiden, von wem Nachrichten kommen, sie haben glaubwürdige Zeugen.

Die fortgesetzte Missachtung internationalen Rechts, die Vertreibungspolitik – etwa von Beduinen, ganz einfacher, wehrloser Menschen, die Folgenlosigkeit krimineller Handlungen fanatischer Siedler setzen Ihr Land immer mehr der Kritik aus. Diese berechtigte Kritik versucht ihre Regierung durch Kampagnen gegen Antisemitismus zu bekämpfen. Ja, es gibt auch Antisemitismus, aber es gibt auch vermehrt und berechtigt Kritik am Handeln der Verantwortlichen, an der Duldung von Übergriffen jüdischer Staatsbürger Israels auf Palästinenser, und das ist nicht Antisemitismus!

All dies und solche Tötungsakte führen natürlich vermehrt zu Ansehensverlust und Kritik im Ausland und zu einem explosiven Klima unter palästinensischen Bürgern, vor allem in dem hermetisch abgeriegelten Gaza.

Ich denke, es wird heilsam sein, wenn Sie das Gespräch mit Kritikern suchen und die Reaktionen – auch kritischer jüdischer Bürger in Europa – rückmelden.

Es grüßt Sie

Karl Helmreich
Hirtenberg, am 13.11.2019
helmreich.karl@aon.at