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Replik auf den Profil-Artikel von Christa Zöchling


7. September 2020

Guten Tag Frau Zöchling! Im Namen der Steirischen Friedensplattform weisen wir die über uns aufgestellte Behauptung in ihrem Profil-online Artikel vom 4.9.20 zurück:

Bei ihren Anti-Israel-Protesten waren auch schon Rechtsextreme mitmarschiert

Davon ist uns nichts bekannt. Auf unseren Demonstrationen und Kundgebungen achten wir so genau wie nur möglich darauf, wer mit uns mitmarschiert. Als am Rande einer Demonstration im Jahr 2014, als wir gegen die Bombardierung des Gaza-Streifens durch Israel protestierten, ein offenbar provozieren wollender Rechtsextremer die Hand zum Hitlergruß erhob, meldeten wir das sofort den anwesenden PolizistInnen und forderten sie auf, den Mann von der Demo zu verweisen und ihn wegen Wiederbetätigung anzuzeigen. 

Wir können nicht nachvollziehen, worauf Sie sich mit dieser Aussage beziehen. Hätten Sie nur einen Blick auf unsere Homepage geworfen: www.friedensplattform.at, würden Sie diese Aussage schwer anzweifeln, denn wir positionieren uns seit jeher scharf gegen Rechtsextremismus und Faschismus und nicht nur mit Worten.

Dass eine Gruppe innerhalb der Friedensplattform als „Palästina Solidarität Steiermark“ sich für BDS einsetzt, ist korrekt und dazu stehen wir. Unsere Gründe dafür können Sie u.a. in unserer Medieninformation zum Beschluss gegen Antisemitismus, Antizionismus und BDS des Grazer Stadtrats nachlesen.

Die Behauptung der Involvierung des migrantischen Vereins in diese Aktivitäten, allein auf Grund personeller Überschneidung wie Sie formulieren, weisen wir hingegen zurück.

Sowohl die Steir. Friedensplattform als auch der Verein haben diese und weitere falsche Behauptungen und Diffamierungen in der vor allem von der FPÖ vorangetriebenen Medienkampagne im Sommer 2019 klar zurückgewiesen.

Leider haben Sie sich offenbar vor allem auf einschlägige Medienberichte aus dieser Kampagne gestützt und weder das Gespräch mit uns gesucht noch unsere Homepage konsultiert.

Auch die von Herrn Rosen erwähnte „Brunnen-Vergiftung“, können wir von unseren Publikationen her nicht nachvollziehen.

Wir haben auf unserer Homepage zwei Artikel zum Thema „Wasserversorgung“ in Palästina veröffentlicht.

´Dying of Thirst in Gaza´

Wasser ist im Nahen Osten

Lesen Sie sie bitte, überprüfen Sie ihre Behauptungen.

 

Dass Herr Rosen im Kontext der israelischen Regierungspropaganda unsere Palästina-Solidaritäts- aktivitäten ablehnt, erscheint uns geradezu logisch.

Das Vorgehen gegen Prof. Benedek von Seiten Herrn Rosens ist allerdings absolut unverständlich und nicht hinnehmbar.

Prof. Benedek ist ein hochangesehener Völkerrechtsexperte, der den Grazer Menschenrechtsbeirat mitgegründet hat und sich immer wieder gesellschafts- und friedenspolitisch artikuliert. Ein Wissenschafter wie er ist unabdingbar für eine kritische Zivilgesellschaft, die einen Resonanzboden in Wissenschaft und Medien braucht, wie es in einer Demokratie sein soll. 

Unsere Publikationen dazu finden Sie hier

Grazer Israel-Lobby attackiert Völkerrechtler Benedek

und hier

Replik auf Presseerklärung der Gesellschaft d Freunde d jüd.Gemeinde

 

Wir machen Sie auch ausdrücklich auf unsere Verurteilung des Angriffes auf den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Graz aufmerksam.

 

Wir vermissen die journalistische Sorgfaltspflicht in ihrem Artikel.

 

Mit friedenspolitischen Grüßen

 

für die steirische Friedensplattform

Franz Sölkner

Helga Suleiman

Graz, am 7.9.2020

NACHTRAG:

unseren Nachtrag zu ihrem Hannah Arendt Zitat entnehmen Sie diesem Artikel von Omri Boehm.
Hannah Arendt wusste zu differenzieren zwischen Antisemitismus und Antizionismus.
Die Verfasserin des Essays „Wir Flüchtlinge“ wusste, dass sich hinter der verharmlosenden Formulierung eine Politik der Vertreibungen verbarg.
Sie kritisierte den politischen Zionismus scharf und machte sich für ein Zusammenleben von JüdInnen und AraberInnen stark.
 
Bild: hosny_salah Gaza Streifen