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Österreichischer Benediktiner protestiert: Palästinensische Familien werden in Jerusalem obdachlos gemacht für einen „Bibelpark”


28. Juli 2021

Der Melker Benediktiner Karl Helmreich (82) hat gegen den geplanten Abriss der Häuser palästinensischer Bürger in Silwan und Sheikh Jarrah bei verschiedenen Stellen protestiert.

Der Melker Benediktiner Karl Helmreich (82) hat gegen den geplanten Abriss der Häuser palästinensischer Bürger in Silwan und Sheikh Jarrah bei verschiedenen Stellen protestiert. Er schreibt:
Ein geplanter religiöser Themenpark „König David” dient dazu, neuerlich dreizehn Familien obdachlos zu machen, sie aus dem Viertel Silwan zu verdrängen.

Trotz des erst kürzlich geschlossenen so labilen Friedens setzt Israel seine Repression fort, Menschenrechte gelten offensichtlich in Israel nur für jüdische Bürger.

Auch in Sheikh Jarrah ist das Leben in diesem Viertel für die palästinensischen Bewohner zur Qual geworden, völlig durch israelisches Militär isoliert (nur dort gemeldete palästinensische Bewohner dürfen nach strenger Kontrolle aus und ein), ständige militärische Kontrollen drinnen, Belästigungen durch benachbarte israelische Siedler machen das Leben kaum erträglich und weiter bleibt ihr Geschick ungewiss.

Schon im Oktober 2020 hat Erzbischof Pizziballa beklagt, dass die israelischpalästinensische Frage schon lange nicht mehr auf der internationalen, öffentlichen Tagesordnung steht. Und nach den völlig unverhältnismäßigen elftägigen Kämpfen vor wenigen Wochen, läuft wieder alles schlimm wie bisher.

Patriarch em. Michel Sabbah und der evangel. Bischof Munib Younan sowie Erzbischof Theodosius u. weitere christliche Persönlichkeiten haben am 27.03.21 Papst Franziskus, den Weltkirchenrat und die ökumenische Bewegung angefleht, die Absiedlung von 37 Familien in Silwan und Sheikh Jarrah zu verhindern.

Jetzt wurde mit dem Abriss in Silwan begonnen. Auch trotz der zahnlosen Erklärung der EU vom 29. Juni 21 (eeas.europa.eu ).
Vorgenannte sind ja keine Persönlichkeiten der Hamas, auch die Familienmitglieder sind keine aktiven, radikalen Kämpfer der Hamas – sie sind zum Teil Christen, nur eben nicht jüdische Bürger Jerusalems und müssen – mit welchen Mitteln immer – weichen. Welches Gottes- und Menschenbild haben die fanatischen religiösen Siedler, die einen Bibelpark gegen Menschenrechte tauschen? Familien mit ihren Kindern und alten Menschen obdachlos, neu zu Vertriebenen machen?

Gelten Menschenrechte in Israel nur für jüdische Bürger ? Gilt Völkerrecht für Israel grundsätzlich nicht? Ist es für die internationale Gemeinschaft völlig gleichgültig, wie nichtjüdische Menschen dort behandelt werden? Gilt in Israel kein Schutz anderer Religionen, seien ihre Mitglieder katholisch, evangelisch, seien sie Muslime?

https://www.p-udo-ja.at/