Wichtigstes Thema mit Österreich-Bezug: Medizinische Evakuierungen
Österreich habe indes seit dem 7. Oktober 2023 keine medizinischen Evakuierungen aus Gaza zugelassen. Bachmann, Einsatzleiter in den besetzten palästinensischen Gebieten, appellierte an die Bundesregierung, solche Evakuierungen zu ermöglichen. Österreich verfüge über ein leistungsfähiges Gesundheitssystem und habe enge Beziehungen zu Israel, so der Vertreter von Ärzte ohne Grenzen (MSF).
Versorgung in Gaza unzureichend
Darüber hinaus verwies er auf den weiterhin eingeschränkten Zugang für Hilfsorganisationen, auf blockierte Medikamenteneinfuhren und die dadurch befeuerten Notlagen der Bevölkerung. „Ich muss dem Narrativ, dass es keine humanitäre Notlage im Gaza-Streifen gibt, ganz klar entgegentreten“, betonte Bachmann.
APA, 09. Mai 2026, hier etwa in der Tageszeitung „Die Presse“: https://www.diepresse.com/23133246/gazastreifen-aerzte-ohne-grenzen-einsatzleiter-fordert-evakuierungen
Kommentar zu: Internationale Geber haben rund 884 Millionen Euro für die „frühe Wiederaufbauphase“ im Gazastreifen in Aussicht gestellt.
Die auch im Gazastreifen tätige Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ließ in Reaktion auf die Ergebnisse der Geberkonferenz wissen: Das positives Signal, dürfe „nicht davon ablenken, dass die Menschen in Gaza zuallererst humanitäre Hilfe brauchen“. Marcus Bachmann, humanitärer Berater von Ärzte ohne Grenzen Österreich und ehemaliger Einsatzleiter in den besetzten palästinensischen Gebieten wurde in einem der APA übermittelten Aussendung mit den Worten zitiert: „In Gaza fehlt es nach wie vor an Medikamenten und medizinischen Gütern, an Nahrungsmitteln und an sauberem Trinkwasser. Solange Menschen in Gaza an vermeidbaren Krankheiten sterben, solange Verwundete nicht ausreichend versorgt werden, solange schwangere Frauen und stillende Mütter zu wenig Nahrung haben, solange Kleinkinder von Mangelernährung betroffen sind, muss ihre Versorgung Vorrang haben.“
APA am 13. Juli 2026 in mehreren Medien zitiert, hier etwa in der Tiroler Tageszeitung https://www.tt.com/artikel/30938054/geber-avisieren-884-millionen-euro-fuer-gaza-wiederaufbau
Zum Entzug der Registrierung
Die Grundversorgung der Bevölkerung ist Bachmann zufolge abhängig von internationalen Organisationen, etwa was Trinkwasser, sanitäre Anlagen oder Gesundheitsversorgung betrifft. Die Arbeit von NGOs wird allerdings von Israel zunehmend eingeschränkt: Ende 2025 ist die Registrierung für 37 Hilfsorganisationen ausgelaufen, darunter auch MSF. „Seit Jahresbeginn ist es Ärzte ohne Grenzen nicht möglich, qualifiziertes medizinisches oder nicht medizinisches Personal nach Gaza, ins Westjordanland oder nach Ostjerusalem zu bringen“, sagt Bachmann, der die MSF-Einsätze in den palästinensischen Gebieten von Jordanien aus leitet. Es mangle vor allem an auf Verbrennungen spezialisierten Medizinern und Unfallchirurgen. „Tausende Patienten hätten bessere Chancen und Möglichkeiten, zu einem würdevollen Leben zurückzukehren, wenn mehr chirurgische Leistungen verfügbar wären.“
Der Standard, 6. Mai 2026:
https://www.derstandard.at/story/3000000319132/diskussion-ueber-voelkerrecht-und-prekaere-lage-in-gaza-wo-sind-die-roten-linien
Zur Gefahr der epidemischen Ausbreitung von Infektionskrankheiten in Gaza
Ärzte ohne Grenzen warnen vor dem Ausbruch von Epidemien im Gazastreifen durch die anhaltend miserable Wasserversorgungs- und Hygienesituation. „Falls das passieren sollte, wäre das ein absoluter Killer“, sagte Marcus Bachmann, der die Einsätze der Hilfsorganisation in den Palästinensergebieten leitet, am Montag im APA-Gespräch. Trotz Waffenruhe habe sich die Grund- und vor allem die Gesundheitsversorgung in Gaza kaum verbessert; Israel limitiere sie weiter „extrem“.
APA, 27. Jänner 2026, hier etwa in den Salzburger Nachrichtenhttps://www.sn.at/politik/weltpolitik/aerzte-ohne-grenzen-warnen-vor-seuchengefahr-im-gazastreifen-art-632037
Zum Thema Mangelernährung: „Ärzte ohne Grenzen: Hunger in Gaza absichtlich herbeigeführt“
Die Hilfsorganisation stützt ihre Angaben auf eine Untersuchung der Lage in vier von ihr unterstützten Gesundheitseinrichtungen
Der Standard, 07. Mai 2026: https://www.derstandard.at/story/3000000319822/aerzte-ohne-grenzen-hunger-in-gaza-absichtlich-herbeigefuehrt
Zum Thema Wasserversorgung: „Gaza: Israel nutzt Wasserzugang zur kollektiven Bestrafung der Bevölkerung“
Nach Einschätzung der Organisation werden die Menschen im Gazastreifen systematisch der Wasserversorgung beraubt – als Teil einer gezielten kollektiven Bestrafung. Dies ist das Fazit eines am Dienstag veröffentlichten Berichts von Ärzte ohne Grenzen.
28. April 2026: https://www.aerzte-ohne-grenzen.at/artikel/gaza-israel-nutzt-wasserzugang-zur-kollektiven-bestrafung-der-bevoelkerung
Zu den mittlerweile 15 Mitarbeiter:innen von Ärzte ohne Grenzen, die in Gaza getötet wurden:
We mourn the tragic loss of our colleagues who have been killed since the start of the war in Gaza in October 2023. We are outraged that many of these people were killed while providing care for patients or sheltering with their families. We remain deeply concerned for the safety of all our staff members and patients in Gaza, Palestine.
We denounce the repeated attacks on health workers and medical facilities by Israeli forces, which made it nearly impossible for us to continue to provide lifesaving humanitarian assistance. A permanent and sustained ceasefire remains the only solution to ease the suffering of Palestinians.
March 5, 2026: https://www.msf.org/remembering-our-colleagues-killed-gaza
Zu Angriffen auf die Zivilbevölkerung: Kinder durch Schüsse israelischer Streitkräfte verletzt
Trotz des geltenden Waffenstillstandsabkommens werden in Gaza regelmäßig Zivilpersonen bei Angriffen der israelischen Streitkräfte getroffen – auch Kinder. Seit dem 9. Juli behandeln unsere Teams vier Kinder, die von verirrten Kugeln israelischer Streitkräfte getroffen wurden. Darunter ist ein 14-Jähriger, der in einem Lager nahe der gelben Linie zweimal angeschossen wird und operiert werden muss. Die anderen drei Kinder sind erst acht, neun und zehn Jahre alt.
Am Sonntag erreicht uns zudem ein Bericht, dass ein Kind – gerade einmal neun Jahre alt – zusammen mit fünf weiteren Menschen durch Schüsse getötet wurde.
„Angesichts der anhaltenden Gewalt durch israelische Streitkräfte besteht jederzeit die Gefahr, getötet oder verletzt zu werden. Kinder, die versuchen, unter ohnehin katastrophalen Bedingungen zu überleben, werden regelmäßig schwer verletzt. Die Angst, mit der die Menschen leben, lässt ihnen keine Ruhepause“, Benoît Vasseur, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen.
14. Juli 2026: https://www.aerzte-ohne-grenzen.at/gazastreifen
The number one health issue in Palestine is the Israeli occupation
In both Gaza and the West Bank, Israeli policies are devastating Palestinian health with deadly consequences.
By Dr Javid Abdelmoneim, International President of MSF. Published On 19 Jul 2026
July 19, 2026: https://www.aljazeera.com/opinions/2026/7/19/the-number-one-health-issue-in-palestine-is-the-israeli-occupation
Gaza: This is not a ceasefire. It is structural violence by another name.
Nine months into this so-called ceasefire, the wounds of war are not only unhealed — they are still being inflicted.
July 28, 2026: https://www.doctorswithoutborders.org/latest/gaza-not-ceasefire-it-structural-violence-another-name
