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„Der Friede vermag alles, der Krieg nichts“ lautet ein Zitat des österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky, dessen Todestag sich kürzlich zum 36. Mal jährte. Das Zitat ist aktueller denn je. Ukraine, Iran, Naher Osten, die Welt um uns herum brennt. Und auch wir Menschen im kleinen Österreich bekommen das zu spüren, anhand steigender Preise und zunehmender Arbeitslosigkeit, weil vor allem kleinere, im Inland ansässige Unternehmen sich die Angestellten nicht mehr leisten können und „wegrationalisieren“ müssen.

Bruno Kreisky wusste, wovon er spricht: Hatte er doch als Jude und Sozialist die Nazi-Greuel überlebt. Bruno Kreisky war aber auch einer jener mutigen Politiker, die bereits damals immer wieder auf das historische Unrecht aufmerksam gemacht haben, welches die Zionisten den Palästinensern zugefügt haben: Die Vertreibung der seit Jahrhunderten dort ansässigen Bevölkerung, die Massaker, die fortschreitende Besetzung palästinensischen Landes. Bruno Kreisky hat sich für Gespräche mit den Palästinensern eingesetzt. Er wusste, dass es Frieden im Nahen Osten nur geben kann, wenn Israel seine ethno-national-religiösen Ansprüche aufgibt und die vertriebenen Palästinenser wieder in ihre Heimat zurückkehren dürfen. So wie es auch der UN-Vermittler Graf Folke Bernadotte gefordert hatte – er wurde daraufhin von zionistischen Terroristen ermordet, die von Israel nie dafür zur Verantwortung gezogen worden sind. Die damalige Terrorgruppe wurde in die Israelische Armee eingegliedert.    

Das ist jetzt Jahrzehnte her. Inzwischen haben die fundamentalistischen Zionisten in Israel endgültig die Oberhand. Sie betreiben Landnahme und ethnische Säuberung im seit Jahrzehnten völkerrechtswidrig besetzten Westjordanland, aber auch im Libanon. Seit bald drei Jahren ist ein Völkermord unvorstellbaren Ausmaßes in Gaza im Gange. Und die Welt schaut zu. Mehr noch: Zahlreiche westliche Politiker und Politikerinnen haben immer noch die Dreistigkeit, ihre „unverbrüchliche Treue“ zu diesem Israel zu erklären, dessen führenden Politiker wegen Verdacht des Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Den Haag zur Verhaftung ausgeschrieben sind. Im Namen des Volkes erklären sie diese „unverbrüchliche Treue“, versteht sich. Obwohl sie das Volk dazu gar nicht befragt haben. 

Was hat das alles mit uns Österreichern und Europäern zu tun? Das fragen manche Unwissenden immer noch. Dabei hat Palästina sogar sehr viel mit uns zu tun: Die Vertreibung und Ermordung der Palästinenser geht auf die Gründung des Staates Israel auf einem Gebiet zurück, nämlich Palästina, welches zuvor britisches Mandatsgebiet war. Die Europäer haben, immer noch im Geiste kolonialen Denkens, ein Land aufgeteilt, das Ihnen gar nicht gehört. Aber es geht bis heute weiter: Nicht nur unsere deutschen Nachbarn beliefern Israel mit den Waffen für den Völkermord. Auch ein Unternehmen in Österreich liefert Bestandteile für Drohnen, mit denen in Gaza nachweislich Kinder getötet werden.

Und es hat deshalb mit uns zu tun, weil Menschenrechte unteilbar sind und für alle gelten. Der Völkermord in Gaza mit westlicher Unterstützung hat uns gezeigt, wie weit die Mächtigen gehen, wenn es um ihre Interessen geht. Denn selbstverständlich stehen westliche Macht-Interessen dahinter, die Israel als Vorposten des westlichen Imperialismus im arabischen Raum betrachten. Die Pläne für die Immobilienprojekte in Gaza sind längst aus der Schublade! Die westlichen Investoren sprechen bereits dreist davon, dass sie sich darauf freuen, in Gaza Golf zu spielen. Auf den Massengräbern, in denen die zehntausenden von der israelischen Armee ermordeten Kinder verscharrt sind.

Es hängt alles zusammen. So wie es den Menschen in Palästina ergeht, könnte es auch uns gehen. Es sind die Schleusen zum abgrundtief Bösen geöffnet worden. Ethnische Säuberung und Völkermord gehören zur „neuen Normalität“. Heute trifft es die Menschen in Gaza, morgen die Menschen in Europa, die für Machtinteressen geopfert werden.

Genau deshalb ist es wichtig zu erkennen, dass alles zusammenhängt. Dass Menschenrechte unteilbar sind und für alle Menschen gelten.

Wer Frieden und Gerechtigkeit liebt, muss solidarisch sein mit unseren Geschwistern in Palästina!

Danke und herzliche Grüße an alle, die heute für den Frieden gekommen sind.

Botschaft von Astrid Wagner zum Hiroshima-Tag am 6.8.2026 (Rede wegen Verhinderung nicht gehalten)