In meinem Beschwerde Leserbrief beziehe ich mich auf den ZIB Beitrag vom 28.07.2026 um 14.04 und dabei konkret auf den Beitrag ihres Außenkorrespondenten Nikolaus Wildner.

Der Beitrag war ca. 3 Min lang und anfänglich in Ordnung, weil soweit faktenbasiert. Gegen Sekunde 00.15 biegt Wildner ab als er wörtlich sagt: …“man muss festhalten dass der Iran in seiner Staatsdoktrin die Auslöschung des Staates Israel verankert hat…..jegliches Abkommen mit dem Iran sei für Israel existenzbedrohend…“ (Zitat Ende)

Durch leichtfüßige Recherche wird der ORF und Herr Wildner schnell feststellen können, dass es keine „Staatsdoktrin“ des Iran gibt, in der die Behauptung von Hr. Wildner gestützt wird. Er dürfte allerdings wissen, dass sowohl in der Verfassung des Iran von 1979 als auch in der revidierten Version von 1989 keinerlei schriftliche Hinweise auf Vernichtungsphantasien gegen Israel zu finden sind, daher sein zweifelhafter Versuch eine emotionale Reaktion beim Zuschauer zu erwirken der auf keinerlei herleitbaren, haltbaren, schriftlichen Quellen beruht.

Leider werden dem Zuschauer keine tiefen politischen Analysen geliefert, sondern auch in den Schlusssekunden wird ihm noch einmal unter die emotionale Haut geimpft: Kein Abkommen mit dem Iran, sonst steht Israels Existenz auf dem Spiel, und so holt er den verängstigten Österreicher/in, dem/der die Verbrechen aus dem zweiten Weltkrieg immer noch in den Knochen sitzen ins Antiiranische Boot, eine leichte Übung, die die intellektuelle Beschäftigung mit dem Nahen Osten in unserem Land so verunmöglicht, bis zum heutigen Tag.

Ich erwarte also mehr faktenbasierten Journalismus, meine Damen und Herren, ihnen kommt als Staatlicher Rundfunk eine besondere, heikle Rolle zu!

Thank you for your attention to this matter,

Mag. Pharm. Nadine Karaman